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Dr.phil.,,Dipl.Pol., Dipl.Psych. Gerald Mackenthun, Westerland/Sylt:
„Es wird hoffentlich nicht dazu kommen, dass gesetzliche Krankenkassen den Amalgamaustausch als Regelleistung bezahlen müssen. Offenbar rechnen auch die Amalgamkritiker nicht damit. Sie spekulieren auffallend darauf, mit Angstkampagnen den Geldfluss auf sich zu lenken und verunsicherte Amalgamträger dazu zu animieren, aus eigener Tasche halbseidene Tests und den Austausch zu zahlen. Amalgamersatz auf breiter Front würde nach dem heutigen Stand der Gesetzgebung aus diesem Grunde weder eine Kostendämpfung noch eine Kostenexplosion bedeuten, sondern eine Kostenverlagerung zu Lasten des Geldbeutels der Privatzahler in die Taschen selbsternannter Alternativheiler. Und hier scheint eines der Hauptmotive der Amalgamkritiker zu liegen: Da sie in der gesetzlichen Krankenversicherung kaum Fuß fassen können, versuchen sie mit falschen Heilsversprechungen („natürlich, sanft, schonend“) Patientengruppe zu zusätzlichen Ausgaben zu ermuntern. „Alternativmedizin“ trachtet danach, einen Teil der Bevölkerung von gebräuchlichen Behandlungen abzuhalten und private Ausgaben in einen zusätzlichen Behandlungsbereich umzuleiten.56
Die Bilanz der Alternativmedizin in der Zahnheilkunde könnte trauriger nicht ausfallen: zur Zahngesundheit nichts beigetragen, den Stand der Wissenschaft ignoriert, Angststörungen vermehrt und verunsicherten Amalgamträgern Geld für unsinnige Therapien aus der Tasche geluchst. Es taucht die Vermutung auf, dass der ganze Wirbel um Amalgam letzten Endes nur dazu dient, unter dem Etikett einer „Ganzheitsmedizin“ parallel zur gesetzlichen Krankenversorgungzusätzliches Geld zu mobilisieren. „Die Amalgamdiskussion wird inzwischen als das Jahrhundertgeschäft von marketingorientierten Zahnärzten und zahlreichen angrenzenden Branchen angesehen“, meint Hans Jörg Staehle von der Universität Heidelberg.57 Die Motive der alternativen Zahnmedizin scheinen eher ökonomisch als medizinisch begründet zu sein."