Vergrößerung anzeigen: Schnellstrasse zum Gehirn!? ... Irreführende Darstellung!

Schnellstrasse zum Gehirn!? ... Irreführende Darstellung!

Empfehlungen Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Umweltbundesamtes Erschienen in: Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 42 (6), (1999)

"Die Bestimmung der durch Amalgamfüllungen inhalativ zugeführten Hg-Menge ist stark störanfällig. Die intra-orale Hg-Konzentration wird von Zahl, Zusammensetzung [19] und Qualität der Füllungen beeinflußt, daneben ist sie von Dauer und Intensität der Kaubelastung, von den Eßgewohnheiten (sauer, heiß) und vom Verhältnis der Mund- zur Nasenatmung abhängig. Ein beträchtlicher Teil von gelöstem und/oder durch Reduktion aus Hg++- Ionen entstandenem Hg-Dampf (~ 0,8 µg/m3) wird wieder abgeatmet [20]. Bei der Nahrungsaufnahme können Amalgampartikel abgelöst oder durch Korrosionsvorgänge Hg++ gebildet werden. Die Mundschleimhaut [21] und die Zahnpulpa [22] sind zusätzliche Aufnahmewege. In älteren Untersuchungen wurde die Hg-Aufnahme aus Amalgamfüllungen mit 3,8 bis 21 µg pro Tag angegeben [10]. Bei Vorliegen von ca. acht Amalgamfüllungen kann die tägliche Hg-Zufuhr heute mit 3 bis 12 µg pro Tag abgeschätzt werden [23-27]. Eine 5- bis 20-fach höhere Aufnahme wurde bei Bruxismus (unbewußtes, nächtliches Zähneknirschen) und intensivem Kaugummikauen – z. B. bei der Raucherentwöhnung mit nikotinhaltigem Kaugummi – festgestellt [28]. Auch beim Zähneputzen (!) werden erhöhte Hg-Emissionen beobachtet [29]. Lorscheider et al. gehen davon aus, daß bei acht Füllungen eine tägliche Abgabe von 120 µg Hg möglich sei [30]. Dazu fehlen jedoch experimentelle Befunde. Dodes führt dazu aus, daß diese Art der Darstellung irreführend ist und vermieden werden sollte (”weasel words”)"